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Eine Band wie Stone Sour die im Sommer hier kürzlich erst in ausverkauften Hallen gespielt hat und ihre Klasse bei Rock am Ring bewies, erwartet man nicht schon ein kanppes halbes Jahr später zur nächsten Deutschland Tour. Erst recht nicht mit der gleichen Vorband im Gepäck. Doch am Sonntag wurde ich von Stone Sour und HellYeah eines besseren belehrt.
Bereits im Juni spielten beide, damals noch zusammen mit Taking Dawn im Columbiaclub, überfüllten Grünspan und anderen Hallen. Hierbei präsentierten Stone Sour die ersten drei Songs ihres neuem Albums „Audio Secrecy“, aus dem nun fünf Monate später es schon weit mehr Songs zu hören und feiern gab. Anheizer dieser Party waren die nicht gerade unbekannten Künstler Chad Grey (Mudvayne) und Vinnie Paul (Pantera), zusammen mit Hellyeah. War der Support Act anfangs noch wirklich als dieser mit auf Tour, haben sich die fünf mittlerweile ihr eigene Fanbase erspielt und vermochten es die Hamburger Docks der Hölle nahe zu bringen und somit die über 1000 Gäste in 45 Minuten ordentlich vorzuwärmen.

Kurz nach 21 Uhr traten dann die lang erwarteten Jungs von Stone Sour auf die Bühne und legten mit „Mission Statement“, „Reborn“ und „Made of Scars“ eine beeindruckende Eröffnung der Show hin , wobei die Sicherheitsabsperrung vor der Bühne an ihre Grenzen trat. Nichtzuletzt dieses dürfte den Kritikern an diesem Abend aufgezeigt haben dass das sogenannte „Nebenprojekt“ Corey Taylors schon lange nicht mehr im Schatten der 9-köpfigen Hydra steht. Weiter ging es für das erwartungsvolle Publikum mit gleich drei Stücken des neuen Albums. „Say You'll Haunt me“ als erste Singleauskopplung durfte dabei den Start machen. Auf die noch etwas sanfter mitreissenden Klänge folgte das härtere „Unfinished“ und brachte die Fans ein großes Stück voran auf dem Weg zur endgültigen Ekstase, bevor „Let's be honest“ dann die Reihe der neuen Stücke erst einmal kokmplettierte. Nachdem der 5er seine Klasse malwieder mehr als genug unter Beweis gestellt hatte, war nun das Publikum an der Reihe seine Treue aufzuzeigen, indem es nachwies wie gut es Frontman Corey Taylor im Gesang unterstützen kann und wie vielen Bitten des Sängers es nach geht. Das bereits von diversen Stone Sour Shows bekannte erwidern eines lauten und langen „Wooaahhs“ gefolgt von den kuriosesten Tönen und dem Vermerk, dass dies noch nicht die letzte bitte Coreys sein werde. Wer die Band kennt, kann sich denken , dass natürlich nur „Your God“ mit diesem Ton eingeläutet werden kann. Danach verhüllte dunkle Stille die Bühne , in der ein kurzes Riff die Gemüter eingefleischter als auch frischer Fans erhellen ließ. Langsam aus der Dunkelheit hervortretend erahnte man die Umrisse Corey Taylors, bewaffnet mit seiner Akustikklampfe. Allerspätstens jetzt dürfte JEDEM in der Halle klar geworden sein das mit „Bother“ und „Through Glass“ malwieder ein monumentaler Augenblick geschaffen werden würde. Begleitet von mehr als 1000 Fans ließ Corey seinen Gefühlen freien Lauf und sang sich zumindest mit „Bother“ so einigen Schmerz von der Seele. Die melancholische Stimmung wurde dann durch den powervollen Einstieg der kompletten Band inmitten von „Through Glass“ um 180° in ein Hochgefühl der Emotionen konvertiert. James Root, Lead-Gitarrist der Band, schmiss vor guter Laune nur so mit Plektren um sich, wobei nach gewisser Zeit einige postwendend zurückkamen, da er es absichtlich, bestätigt von einem fetten Grinsen, völlig übertrieb. Einhalt geboten wurde dem dann durch Mr.Rand (der den Abend ziemlich bedrückt aussah) mit Beginn des nächsten Songs. Kurz bevor die Meute ihre letzte Kraft bei „Get Inside“ in Richtung Band schleudern konnte gab es noch die aktuelle „Audio Secrecy“-Auskopplung „Digital“ zu hören, die lautstark und nach nur knapp 2 Monaten sehr textsicher begrüßt wurde. Wie bereits erwähnt ging es mit dem Opener des selftitled Albums nochmal richtig zur Sache bevor sich die Band erstmal von der Bühne verabschiedete. Tropische Temperaturen, schweissgesättigte Luft, Wassermangel, doch NIEMAND hatte genug. Alle lechzteten danach ihre letzte Energiereserve an diesem Abend in Hamburg aus sich rauszuholen. Nach minutenlangem „Encore“ – Rufen sollte die Band dann unter unglaublichem Jubel zurück auf die Bühne kommen, um mit einem sehr harten Song wie „Hell & Consequences“ die Meute dazu zu ermutigen sich tanzend völlig hemmungslos auszulassen wie auf der „bla bla bla-party“ in der Prinzenbar nebenan, die vor skuriler Gestalten nur so platzte. Wie so oft scheute Corey keinerlei Mühen und Peinlichkeiten zum Wohle der Fans und demonstrierte gleich seine Vorstellungen der sogenannten „ Wall of Dance“. Während seiner sehr amüsanten Tanzeinlagen, unter den teilweise auch seine Bandkollegen „leiden“ durften, forderte er die Massen auf so kurz vor Schluss nochmal so richtig ein drauf zu machen und alles schien wie eine herrlich komische Parodie. Trotz sonst sehr professioneller Peformance konnten sich die Jungs während des Songs nicht mehr halten und verfielen in nicht enden wollendes Lachen. So genial die Show auch war, sollte das völlig hemmungslose „ Hell& Consequences“ seinen Daumen, als I-Tüpfelchen, über alles setzen. Nach scheinbar endlosem Jubel und Lachen bedankte sich die Band für das blinde Folgen, nahm die Menge offiziell in ihre Top 3 der Zuschauer weltweit auf und läutete mit „The Bitter End“ die Schlussphase ein welche dann mit „30/30-150“, welches vom Basser textsicher und sehr impulsiv begleitet wurde, den Urknall vervollkommnete. Wie Herr Taylor nunmal ist blödelte er auch trotz leichter Atemnot den „Rausschmeisser“ sehr erheitert mit, bedankte sich sehr herzenswarm bei seinen Fans und versprach dieses so schnell wie nur möglich zu wiederholen!!! Aller Kräfte entrissen verließen die Fans nach kurzem umschauen die Halle und mir wurde das unfassbare klar. Trotz schon 6 vorher besuchter Stone Sour Konzerte in Berlin und Hamburg hatten sie doch das unmögliche wahr gemacht. Die heutige 7te Show hat alle Register gesprengt und ist somit sofort an die Spitze meiner Konzertcharts gesprungen. Nun bleibt nur die fetzenhafte Erinnerung an eine grandiose Show und das Warten auf den nächsten Festival Sommer, in dem Josh Rand, Shawn Economaki, James Root, Roy „Morriz´“ Mayorga und Corey Taylor den weiten Weg zurück nach Deutschland finden.

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