Start Konzertberichte On Tour 30 Jahre Slime
30 Jahre Slime PDF Drucken E-Mail
Geschrieben von: fototeddy   
Donnerstag, den 23. Dezember 2010 um 10:56 Uhr

„Altpunker“? „Reunion“? „Kommerz“?, so dürften wohl einige denken, wenn alte Bands sich nach Jahren wieder zusammenfinden und auf die Bühne gehen und selten kommt dabei wirklich was gutes raus, doch ich musste mich am Wochenende eines besseren belehren lassen.

 

 

 

 

Zum 30jährigen Jubiläum haben sich Slime wieder auf der Bühne zusammengefunden und nach einigen Festivalauftritten im Sommer und dem 100 Jahre St-Pauli Geburtstag nun noch eine Tour nachgelegt. Das sich viele Fans darauf gefreut haben, sieht man schon an der Menge an ausverkauften Shows. Wer jetzt denk, das sind nur kleine Punk die mal sehen wollen wer da auf ihrem Aufnäher steht, der irrt. Sehr viele Gäste der älteren Generation waren am Samstag in der Hamburger Markthalle anzutreffen, die Slime wohl noch aus ihrer eigene Jugend kennen. Zusammen mit „Punk Du Arsch“ und „TV Smith“ war auch auf der Bühne doch eher die ältere Generation anzutreffen.

Den Auftakt durften dann auch kurz nach 8 die Jungs von „Punk Du Arsch“ machen. So wirklich voll war es noch nicht in der Halle, trotzdem fanden sich einige angeheiterte Punker ein um Songs wie den „Pfandflaschensammler der Liebe“ oder Covern wie „BGS GSG“ zu feiern. So wirklich konnte ich mich für meinen Teile jedoch nicht dafür begeistern, vielleicht fühle ich mich dann doch schon zu alt für derartigen Funpunk.

Ganz anders sah die Sachen dann schon aus als „TV Smith“ die Bühne betrat, die Halle war voll und die Bühne dagegen leer. Etwas verdutzt war ich schon als ich den in die Jahre gekommenen Man mit dünnen Armen, grauen Haaren und der Westerngittare auf der Bühne sah. Liedermacher kenne ich sonst nur aus Kneipenabenden, um so mehr war ich erstaunt als er los legte. Die Menge sang mit und der alte Herr stand nicht mehr still. Ich genoss seinen englischen Akzent und seine kritischen Texte und war begeistert von der Musik. An dieser Stelle wurde mein musikalischer Horizont mal wieder um einen wichtigen Punkt erweitert, aber trotz allem wuchs die Ungeduld endlich einmal Slime sehen zu können.

Etwa gegen halb 10 war es dann auch so weit und die Bühne wurde mit einem Lautstarken „ACAB“ erobert. Darauf folgten 1,5 Stunden Punkrock im Chor vom aller feinsten. Keine Hymne wurde ausgelassen, kein Song musste allein gesungen werden und keiner ging gegen 0 Uhr enttäuscht nach Hause. Am Ende bleibt nur der traurige Gedanke, dass es wohl so schnell nicht weiter geht mit Liveshows dieser – zurecht so bezeichneten – Punkrocklegenden.

 

Wer in diesem Jahr noch nicht dich Chance hatte Slime Live zu erleben, dem bleibt wohl nur noch das „Punk im Pott“, denn auch die Zusatzshow in Hamburg ist bereits ausverkauft.

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